Ratgeber · 18. September 2026 · 7 Min. Lesezeit
Neukundengewinnung für Photovoltaik-Betriebe: 7 Wege im Vergleich
Photovoltaik-Betriebe leben von Anfragen aus der Region. Die Frage ist nicht, ob Sie Neukunden gewinnen wollen, sondern über welchen Weg, mit welchem Vorlauf und zu welchem Risiko. Dieser Ratgeber vergleicht sieben Wege, von der Empfehlung bis zur Anfrage mit Terminabrechnung, und zeigt, welche Kombination für einen Solarteur mit eigenem Vertrieb sinnvoll ist.
Warum der Kanal wichtiger ist als das Budget
Die meisten Betriebe fragen zuerst, was Neukundengewinnung kostet. Die bessere Frage ist, wann die Kosten anfallen: vor dem ersten Gespräch, beim Klick, beim Datensatz oder erst beim Termin. Davon hängt ab, wer das Risiko trägt, wenn aus Interesse kein Auftrag wird. Die sieben Wege unten unterscheiden sich genau darin, nicht nur im Preis.
1. Empfehlungen und Bestandskunden
Der günstigste Weg und der am wenigsten planbare. Wer nach der Inbetriebnahme aktiv um eine Empfehlung bittet, ein Foto der Anlage für die Nachbarschaft freigeben lässt oder ein Jahr später nach Speicher und Wallbox fragt, bekommt Anfragen mit hoher Abschlussquote. Der Nachteil: Empfehlungen kommen, wenn sie kommen. Ein leerer Kalender im März lässt sich damit nicht füllen.
2. Google-Unternehmensprofil und Bewertungen
Wer „Photovoltaik“ und den Ortsnamen sucht, sieht zuerst die Kartenergebnisse. Ein gepflegtes Unternehmensprofil mit aktuellen Fotos, regelmäßigen Bewertungen und korrekten Leistungen kostet nichts außer Disziplin. Es braucht allerdings Monate, bis Bewertungen und Sichtbarkeit zusammenkommen, und in Ballungsräumen konkurrieren Sie mit Betrieben, die seit Jahren sammeln.
3. Eigene Website und Suchmaschinen
Eine Website mit einer Seite pro Leistung und Region, zum Beispiel „Photovoltaik mit Speicher im Landkreis X“, kann über Jahre Anfragen liefern. Der Vorlauf liegt bei Monaten, und der Wettbewerb um allgemeine Suchbegriffe ist groß, weil Portale und bundesweite Anbieter dieselben Seiten bauen. Wer die Website als Kanal ernst nimmt, braucht ein Anfrageformular, das am selben Tag beantwortet wird, sonst verpufft die Sichtbarkeit.
4. Google Ads und Social Ads
Anzeigen liefern schnell, dafür zahlen Sie pro Klick oder pro Einblendung, nicht pro Anfrage und schon gar nicht pro Termin. Ohne eigene Landingpage, ohne Erfahrung mit Geboten und ohne jemanden, der Anfragen innerhalb einer Stunde anruft, wird das Budget schnell zur Lernkurve. Wer es selbst macht, braucht Zeit; wer es vergibt, zahlt Agentur plus Klicks.
5. Leadportale und Vergleichsportale
Portale verkaufen Anfragen, die der Hausbesitzer meist an mehrere Betriebe gleichzeitig gerichtet hat. Bezahlt wird pro Datensatz, unabhängig davon, ob der Kunde erreichbar ist oder bereits beauftragt hat. Für Betriebe mit Callcenter und Masse kann das funktionieren; für einen Inhaber, der selbst anruft, wird jeder geteilte Lead zur Bieterrunde. Mehr dazu auf der Seite zur Leadportal-Alternative.
6. Kooperationen: Energieberater, Elektriker, Dachdecker, Banken
Wer das Dach vor Ihnen sieht, kann Sie empfehlen: Dachdecker bei der Sanierung, Energieberater beim Sanierungsfahrplan, Elektriker beim Zählerschrank, regionale Banken bei der Finanzierung. Solche Partnerschaften brauchen Pflege und eine klare Regelung, wer was bekommt. Sie liefern wenige, aber sehr gute Kontakte.
7. Anfragen mit Terminabrechnung
Ein Anbieter betreibt eigene Kampagnen, in denen Hausbesitzer um eine Beratung bitten, und liefert die Anfrage exklusiv an einen Betrieb. Der Betrieb ruft selbst an. Berechnet wird nur die Anfrage, aus der ein Termin vereinbart wurde; nicht erreichbar oder kein Interesse kostet nichts. So arbeitet NurTermin. Das Modell passt, wenn Ihr Vertrieb am selben Tag anrufen kann und Sie in einer klaren Region arbeiten. Es passt nicht, wenn niemand zeitnah telefoniert.
| Weg | Vorlauf | Kosten fallen an | Kontrolle über Qualität |
|---|---|---|---|
| Empfehlungen | keiner, aber nicht planbar | keine | hoch |
| Google-Unternehmensprofil | Monate | Zeit | mittel |
| Eigene Website | Monate bis Jahre | Zeit oder Agentur | hoch |
| Anzeigen | Tage | pro Klick, vorab | mittel, mit Erfahrung |
| Leadportale | Tage | pro Datensatz, oft vorab | niedrig, geteilt |
| Kooperationen | Monate | Provision oder Gegenleistung | hoch |
| Terminabrechnung | Tage | pro vereinbartem Termin, nachträglich | hoch, exklusiv |
Einordnung aus der Praxis, keine Messwerte. Welche Spalte für Sie zählt, hängt davon ab, ob Ihr Engpass Zeit, Budget oder Vertriebskapazität ist.
Welche Kombination zu welchem Betrieb passt
- ●Inhaber telefoniert selbst, ein bis zwei Monteurteams: Empfehlungen pflegen, Unternehmensprofil führen, dazu Anfragen mit Terminabrechnung in der eigenen Region. Keine Vorkasse, kein Risiko bei Anfragen ohne Termin.
- ●Betrieb mit ein bis zwei Vertriebsmitarbeitern: zusätzlich eigene Website mit Regionalseiten und eine Kooperation mit Energieberatern oder Dachdeckern. Anzeigen erst, wenn jemand die Anfragen innerhalb einer Stunde anruft.
- ●Betrieb mit Innendienst oder Callcenter: Anzeigen und Portale werden wirtschaftlich, weil auch schwache Kontakte abtelefoniert werden können. Terminabrechnung bleibt als exklusiver Kanal sinnvoll.
Neukunden kosten immer etwas. Der Unterschied liegt darin, ob Sie zahlen, bevor Sie wissen, was Sie bekommen, oder danach.
Fazit
Kein einzelner Kanal trägt einen Photovoltaik-Betrieb durchs Jahr. Die stabile Mischung besteht aus zwei langsamen Wegen, die Sie selbst kontrollieren, Empfehlungen und Sichtbarkeit in der Region, und einem schnellen Weg, bei dem das Risiko nicht bei Ihnen liegt. Anfragen mit Terminabrechnung sind der einzige schnelle Kanal, bei dem Sie erst zahlen, wenn der Termin steht.
Häufige Fragen
- Was ist der günstigste Weg zu neuen Photovoltaik-Kunden?
- Empfehlungen von Bestandskunden. Sie kosten nichts außer der Gewohnheit, nach der Inbetriebnahme aktiv danach zu fragen. Planbar sind sie allerdings nicht.
- Lohnen sich Google Ads für einen kleinen Solarteur?
- Nur, wenn jemand die Anfragen innerhalb einer Stunde anruft und jemand die Anzeigen laufend betreut. Sonst zahlen Sie Klicks, aus denen keine Gespräche werden. Ein Kanal, bei dem erst der Termin berechnet wird, ist für kleine Betriebe meist der ruhigere Einstieg.
- Wie unterscheiden sich Leadportale von Anfragen mit Terminabrechnung?
- Portale berechnen jeden Datensatz und geben ihn oft an mehrere Betriebe. Bei der Terminabrechnung geht die Anfrage exklusiv an einen Betrieb, und berechnet wird nur ein vereinbarter Termin.